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Solange Waffen von Menschen bedient werden müssen, hängt der Ausgang des Krieges – eine halbwegs vergleichbare technische Ausrüstung der Gegner vorausgesetzt und abgesehen von den Launen der Göttin Fortuna – entscheidend von der Kampfbereitschaft und vom Opfermut der Krieger ab. Und ohne die Leidensfähigkeit und den Durchhaltewillen der Zivilisten des eigenen Volkes ist der Soldat verloren. Deswegen sinnen seit Alters her militärische Führer nach Mitteln und Wegen, die Moral der eigenen Leute zu heben und die des Feindes zu schwächen.

Im Krieg neigen die Kämpfer zur größtmöglichen Niedertracht gegenüber dem Feind und zur Rücksichtslosigkeit gegenüber dem Freund. Wenn nicht anderes, so zwingt sie in jedem Fall die Furcht vor der Niederlage dazu. Dies gilt natürlich nicht nur für den Einsatz der Waffen, sondern auch für die psychologische Dimension des Krieges.

Dass die Beziehungen zwischen Menschen immer auch – offen oder verdeckt – durch Machtverhältnisse geprägt sind, wird nirgendwo so deutlich wie bei den Streitkräften. Die strikte Befolgung des Prinzips von Befehl und Gehorsam kann hier – so unmittelbar wie sonst kaum in einem anderen Bereich unseres Daseins – über Leben oder Tod entscheiden.

Diese Website wagt einen schonungslosen Blick auf das Spannungsfeld zwischen Psyche, Macht, Gewalt und Krieg. Menschen in zivilisierten Gesellschaften sind stolz auf ihre humane Gesinnung. Es war in der Tat eine große Leistung des Menschengeschlechts, sich – zumindest in einigen Regionen unseres Planeten – auf gewundenen Wegen aus der Barbarei zur Zivilisation, zu Rechtsstaatlichkeit und Demokratie emporzukämpfen. Nur zu oft allerdings zerbricht diese humane Gesinnung an der Realität des Krieges. (Weiter)